Maaß Jens – Subbuteo Club München 2014

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Hallo Jens,

Du bist seit 2015 in den Subbuteo-Club München 2014 eingetreten. Wie kam es dazu und was waren die Gründe für Dich, diesen eher unbekannten Sport zu betreiben?

Ich sah bei einem Bekannten dieses Spielfeld incl. der Spielfiguren im Wohnzimmer stehen. Ein Ball, Spieler und ein Fußballplatz. Klar daß mich das sofort begeistert hat. Daß ich „außerordentlich“ talentiert bin, hat dann natürlich den entscheidenden Schub gegeben.

Gibt es Dinge, die einem den Einstieg in diesen Sport erschweren?

Wo kann ich das kaufen? Da wurde es für mich ein wenig schwer. Bei Amazon oder Ebay gibt es schon etwas zu kaufen. Ich wurde aber darüber aufgeklärt, daß das nicht unbedingt den heutigen Maßstäben entspricht. Es gäbe unterschiedliche Spieltücher, Figuren, Bälle usw. Gerd hat mir dabei sehr geholfen. Ich habe zwar immer noch nicht wirklich kapiert was es da alles für Unterschiede gibt, es wird aber besser. Ein zusätzlicher Punkt ist natürlich der Mangel an passenden Mitspielern. Wir arbeiten schwer daran eine Subbuteo Szene im Umkreis von München aufzubauen.

Wie betreibst Du diese Sportart? Ist es für Dich eher ein Hobby oder nimmst Du auch schon an offiziellen Turnieren teil?

Es ist für mich ein Hobby. Ich muss Spaß haben bei der Ausführung eines Sports. Ich bin nicht sonderlich ehrgeizig, will aber auch meine Zeit nicht verschwenden.  Investiere ich Zeit und Geld erwarte ich für mich Spaß und Freude. Falls Erfolg dazu käme, wäre es natürlich schön, ist für mich aber eher von sekundärer Bedeutung. Darum sehe ich meine Teilnahme an Turnieren vor allem unter dem Aspekt Gaudi und Erfahrungen sammeln.

Wie hat sich Deine Spielstärke entwickelt? Geht es schon aufwärts bei Dir?

Ich spiele seit Februar. Wenn ich alle Turnier- und Ranglistenspiele zusammenzähle komme ich auf etwa 20-25 Spiele. Folglich stelle ich mich nicht mehr ganz so dämlich an wie zu Beginn. Aber Torschüsse gehen teilweise immer noch ins Seitenaus oder die Figur rauscht mit „180 Sachen“ am Ball vorbei. Man muss seinen eigenen Rhythmus finden, sein Spiel machen. Unabhängig vom Gegner. Spielt ein Gegner seit vielen Jahren und sehr schnelles Subbuteo, dann muss ich nicht meinen ich kann das jetzt in diesem Tempo mitspielen. Das ist für mich nicht immer einfach umzusetzen. Es wird aber besser.

Als Neuling würde ich Dich gerne fragen, wie Du insgesamt die Subbuteo-Szene siehst?

Man muss mal ein internationales Turnier gesehen haben. Da siehst Du mit welcher Leidenschaft dieser Sport betrieben wird. Du lernst Spieler kennen die sich sehr fair und gentlemanlike verhalten. Dann gibt es die Ehrgeizigen, die Lauten und die, die sehr ungerne verlieren und das nach außen auch zeigen. Eigentlich ein schöner Querschnitt durch die Gesellschaft. Im Großen und Ganzen aber ein netter, hilfsbereiter Haufen. Das endet wohl dann wenn ich den Ersten mal geschlagen habe. Das dauert aber noch ein bisschen.

Wie kann man aus Deiner Sicht diesen Sport bekannter machen und weitere Mitglieder in Deutschland gewinnen?

Diese Frage kann ich nicht beantworten. Es müsste ein durch die Medien verursachter Boom ausgelöst werden. Die Menschen brauchen einen Anstoss. Von selber bekommen die wenigsten den Hintern hoch.  Es hat halt nicht den Glamourfaktor wie Fußball, Tennis oder Kartfahren. Vielleicht sollte es mal ein Pannini Sammelalbum mit den Stars des Subbuteo geben. Tausche Kegenbein und Ruf gegen Flores und Vulpes.

Was ist für Neulinge besonders wichtig, um dabei zu bleiben?

Kleine Erfolgserlebnisse sind schon schön. Man spielt überwiegend bei Turnieren gegen wahre Subbuteomonster. Da rappelt´s halt mächtig im eigenen Tor. Es gibt nicht sehr viele Anfänger bei solchen Turnieren. Folglich ist die Kluft schon groß. Anfängerturniere könnten eine Alternative sein. Oder Handicaps wie beim Golf.
Alexander Ruf muss dann erstmal 10 Tore gegen mich schießen für ein Unentschieden. Da käme auch er ins Schwitzen.

Hattest Du schon Kontakt zu internationalen und nationalen Spielern und Mannschaften?

Ein paar Turniere durfte ich schon bestreiten. Süddeutsche Meisterschaft, Deutsche Meisterschaft und ein internationaler Grand Prix in Rain. Alle vor der Haustüre, was sehr angenehm war. Vor allem die Süddeutsche Meisterschaft im Schloss in Rain wird mir immer in Erinnerung bleiben. Ein sehr schönes Turnier. Die erfahrenen Spieler nahmen einen ein bisschen unter ihre Fittiche. Alexander Ruf brachte mir aus Belgien ein Spielfeld mit und aus Italien einen Torwart und Bases. Bernd Bauer gab mit Spieltipps. Alles sehr nette Leute da in Rain. Die Belgier fand ich sehr nett und die Schweizer ebenso. Aber das sind subjektive Eindrücke von mir. Als Anfänger wird man aber grundsätzlich von allen sehr fair behandelt.

Gibt es Dinge, die man sich von anderen Verbänden und Vereinen abschauen sollte, um neue Mitglieder zu finden?

Ich denke das jeder Verein und Verband Probleme damit hat neue Mitglieder zu finden. Hat ein Verein eine gute Infrastruktur mit guten Räumlichkeiten ist natürlich mehr möglich, als wenn du nur einen Tisch in einem Billiardclub stehen hast.

Engagierst Du Dich auch für Deinen Verein?

Eigentlich habe ich erwartet das mir eine Ehrennadel für meinen Einsatz verliehen wird, aber nicht eine so blöde Frage gestellt wird.

Wie siehst Du die Zukunftsperspektiven für den Subbuteo Club München 2014?

Wenn alle am Ball bleiben, du Gerd weiter soviel trainierst und Massimiliano Berselli und Milan Knesevic weiter Lust haben zu spielen wird es für die anderen Klubs bald richtig hässlich.

Was wäre Dein persönlicher „Subbuteo-Wunsch“?

Daß ich meinen Torwart mal richtig halte, mein Herz und meine Hüften mir keinen Strich durch die Rechnung machen und ich nicht mehr von Frauen und Kindern beim Spiel gedemütigt werde. Daß Du Dich nur vielleicht freust mit mir nochmal ein Interview zu machen werde ich mir merken wenn ich mal Weltmeister bin.

Ich bedanke mich sehr herzlich bei Dir für dieses interessante Gespräch und freue mich vielleicht darauf, in der Zukunft ein weiteres Interview mit Dir zu machen.

Die Subbuteo Community