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Interview mit Alexander Haas (AUT)

Version 2

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Hallo Alexander,

wir freuen uns heute den Weltranglistenvierten Alexander Haas vom TSC Royal Kaisermühlen 78 (AUT) , interviewen zu dürfen.

Alexander, wie bist Du zum Subbuteo Sport gekommen?

Mein Bruder Christian hat mich so lange mit Tischfussball geärgert, bis ich mit ihm einen „Deal“ ausgehandelt habe. Wenn er mich mit Subbuteo in Ruhe lässt, dann spiel ich bei der Jugendmeisterschaft mit. Gesagt, getan, ich erreichte gleich nach 2 Wochen Subbuteo Training den  4. Platz  und bin eben seit 2003 dabei.

Wie sieht Dein persönliches Trainingsprogramm aus?

Ich habe kein spezielles Trainingsprogramm. Ich habe natürlich mit den Jahren ein paar Übungen für mich entdeckt, aber die variieren oft. Ausserdem trainiere ich nur noch selten für Turniere, ich spiele viel mehr als ich trainiere (das ist für mich ein riesengroßer Unterschied).

Welche Tips kannst Du neuen Spielern geben? Auf was kommt es anfangs an, um Anschluss an die besseren Spieler zu gewinnen?

Man muss einfach dran bleiben. Anfangs wird man Abfuhr nach Abfuhr kriegen, aber man muss sich kleine Ziele setzen und nicht auf das Gesamtergebnis schauen.

Was macht Ihr in Eurem Verein dagegen, dass die schwachen Spieler nicht gleich wieder die Lust am Spiel verlieren, wenn sie merken, dass sie in den ersten Jahren nahezu chancenlos gegen die besseren Spieler sind?

Gerade bei Royal sind wir gegenüber Anfängern sehr ehrlich. Jeder weiß dass er über Monate hinweg keine Chance haben wird. Wir geben unser Bestes beim Spielen, bedeutet es gibt kein schonen, dadurch werden aber die kleinen Fortschritte noch deutlicher erkennbar. Genauso wollen wir mit den Anfängern kleine Ziele setzen, die erreichbar sind, nur so kanns langfristig funktionieren. Auch wüsste ich seit 2003 keinen Anfänger, der bei uns aufgehört hätte, weil er chancenlos war, also scheints ganz gut zu funktionieren…

Hast Du eine spezielle Spieltaktik?

Haha, naja Taktik würd ichs nicht nennen, aber da ich kein guter Abwehrspieler bin, einfach 3 Tore mehr schießen als der Gegner 🙂

Von welchen Spitzenspielern sollte man sich ganz spezielle Dinge/Fertigkeiten abschauen?

Ich denke man sollte da nicht einen bestimmten herausheben…
Man kann von jedem Spieler Kleinigkeiten lernen, das ist denke ich besser,  als einen Spieler zu „kopieren“.

Bist Du auch in der Nachwuchsarbeit aktiv? Wenn ja, wie sieht diese aus?

Ja bin ich. Bei Royal legen wir großen Wert auf die Jugend, auch wenn das nicht jedes Jahr erfolgreich ist. Wir besitzen ein tolles Jugendprojekt, wo ich auch einmal die Woche mithelfe um neue Jugendliche zu begeistern und den „Stammspielern“ weiter zu helfen.

Welche Akquisitionsprogramme gibt es in Österreich, um neue Interessenten zu gewinnen?

Wir machen bei vielen Aktionen mit, dazu gehören regionale Feste, aber auch größere Aktionen wie der Tag des Sports oder das Spielefest. Da investieren wir immer viel Zeit und Herzblut, auch wenn es in den letzten Jahren eher wenig Erfolg gab. Aber wir werden weiterhin soviel Zeit wie bisher investieren, hoffen wir dass sich das bald wieder mehr auszahlt.

Auf was kommt es Deiner Meinung nach an, wenn man ganz oben mitspielen will?

Ich denke das Wichtigste ist Ruhe. Ich bin so oft der klar unterlegene Spieler, dennoch gewinne ich relativ viel. Hast du keine Ruhe beim Spielen schleichen sich die kleinen Fehler ein, die Dir dann das Spiel kosten. Man muss nicht gut schießen, um aus einer Chance ein Tor zu erzielen, man muss schlau sein und das geht nur mit Ruhe.
Im Team kommt es auch sehr auf das Teamfeeling an. Siehe die letzte WM in Italien. Wir sind spielerisch sicher nicht so stark wie es Italien, Spanien, Griechenland oder Portugal sind, dennoch haben wir Griechenland und Italien besiegt, das funktioniert nur, wenn es im Team passt. Jeder muss immer denken, dass der andere noch zulegen kann, dazu muss es Vertrauen untereinander geben.

Was waren bisher Deine grössten Erfolge?

Da gibt es ein paar… Vorallem die Teamerfolge sind für mich etwas besonderes. Dazu zählen meine österreichischen Teamcupsiege, der österreichische Teammeister, mein erster internationale Teamturniersieg in Prag, Major Halbfinale in Amsterdam, die letzte Champions League und natürlich der Vizeweltmeistertitel im Team bei der letzten WM. Natürlich auch etliche Medaillen mit dem Jugendteam. Es gibt noch genug andere Erfolge (hat aber nicht immer etwas mit einem Podiumsplatz zu tun), aber ich hab jetzt wohl schon zuviel aufgezählt… Jedes Turnier war immer eigen und speziell, deswegen will ich da keines besonders herausheben.

Was sind Deine weiteren persönlichen Ziele im Subbuteo Sport?

Ehrlich gesagt will ich Royal nachhaltig stärken. Das ist mir viel wichtiger als ein „sportlicher Erfolg“. Lieber habe ich 25 Jugendspieler und ich gewinne kein Spiel mehr, als ich gewinne fast alles und spiel dafür zu dritt. Natürlich sind die ausständigen Titel (WM, Champions League, Major und Grand Prix) im Hinterkopf, aber das ist mir nicht mehr das Wichtigste.

Wir bedanken uns sehr herzlich für dieses Interview und wünschen Dir noch viel Glück bei Deiner Subbuteo-Karriere.

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Interview mit Jens Maaß (Subbuteo Club München 2014)

Version 3

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Hallo Jens,

Du bist seit 2015 in den Subbuteo-Club München 2014 eingetreten. Wie kam es dazu und was waren die Gründe für Dich, diesen eher unbekannten Sport zu betreiben?

Ich sah bei einem Bekannten dieses Spielfeld incl. der Spielfiguren im Wohnzimmer stehen. Ein Ball, Spieler und ein Fußballplatz. Klar daß mich das sofort begeistert hat. Daß ich „außerordentlich“ talentiert bin, hat dann natürlich den entscheidenden Schub gegeben.

Gibt es Dinge, die einem den Einstieg in diesen Sport erschweren?

Wo kann ich das kaufen? Da wurde es für mich ein wenig schwer. Bei Amazon oder Ebay gibt es schon etwas zu kaufen. Ich wurde aber darüber aufgeklärt, daß das nicht unbedingt den heutigen Maßstäben entspricht. Es gäbe unterschiedliche Spieltücher, Figuren, Bälle usw. Gerd hat mir dabei sehr geholfen. Ich habe zwar immer noch nicht wirklich kapiert was es da alles für Unterschiede gibt, es wird aber besser. Ein zusätzlicher Punkt ist natürlich der Mangel an passenden Mitspielern. Wir arbeiten schwer daran eine Subbuteo Szene im Umkreis von München aufzubauen.

Wie betreibst Du diese Sportart? Ist es für Dich eher ein Hobby oder nimmst Du auch schon an offiziellen Turnieren teil?

Es ist für mich ein Hobby. Ich muss Spaß haben bei der Ausführung eines Sports. Ich bin nicht sonderlich ehrgeizig, will aber auch meine Zeit nicht verschwenden.  Investiere ich Zeit und Geld erwarte ich für mich Spaß und Freude. Falls Erfolg dazu käme, wäre es natürlich schön, ist für mich aber eher von sekundärer Bedeutung. Darum sehe ich meine Teilnahme an Turnieren vor allem unter dem Aspekt Gaudi und Erfahrungen sammeln.

Wie hat sich Deine Spielstärke entwickelt? Geht es schon aufwärts bei Dir?

Ich spiele seit Februar. Wenn ich alle Turnier- und Ranglistenspiele zusammenzähle komme ich auf etwa 20-25 Spiele. Folglich stelle ich mich nicht mehr ganz so dämlich an wie zu Beginn. Aber Torschüsse gehen teilweise immer noch ins Seitenaus oder die Figur rauscht mit „180 Sachen“ am Ball vorbei. Man muss seinen eigenen Rhythmus finden, sein Spiel machen. Unabhängig vom Gegner. Spielt ein Gegner seit vielen Jahren und sehr schnelles Subbuteo, dann muss ich nicht meinen ich kann das jetzt in diesem Tempo mitspielen. Das ist für mich nicht immer einfach umzusetzen. Es wird aber besser.

Als Neuling würde ich Dich gerne fragen, wie Du insgesamt die Subbuteo-Szene siehst?

Man muss mal ein internationales Turnier gesehen haben. Da siehst Du mit welcher Leidenschaft dieser Sport betrieben wird. Du lernst Spieler kennen die sich sehr fair und gentlemanlike verhalten. Dann gibt es die Ehrgeizigen, die Lauten und die, die sehr ungerne verlieren und das nach außen auch zeigen. Eigentlich ein schöner Querschnitt durch die Gesellschaft. Im Großen und Ganzen aber ein netter, hilfsbereiter Haufen. Das endet wohl dann wenn ich den Ersten mal geschlagen habe. Das dauert aber noch ein bisschen.

Wie kann man aus Deiner Sicht diesen Sport bekannter machen und weitere Mitglieder in Deutschland gewinnen?

Diese Frage kann ich nicht beantworten. Es müsste ein durch die Medien verursachter Boom ausgelöst werden. Die Menschen brauchen einen Anstoss. Von selber bekommen die wenigsten den Hintern hoch.  Es hat halt nicht den Glamourfaktor wie Fußball, Tennis oder Kartfahren. Vielleicht sollte es mal ein Pannini Sammelalbum mit den Stars des Subbuteo geben. Tausche Kegenbein und Ruf gegen Flores und Vulpes.

Was ist für Neulinge besonders wichtig, um dabei zu bleiben?

Kleine Erfolgserlebnisse sind schon schön. Man spielt überwiegend bei Turnieren gegen wahre Subbuteomonster. Da rappelt´s halt mächtig im eigenen Tor. Es gibt nicht sehr viele Anfänger bei solchen Turnieren. Folglich ist die Kluft schon groß. Anfängerturniere könnten eine Alternative sein. Oder Handicaps wie beim Golf.
Alexander Ruf muss dann erstmal 10 Tore gegen mich schießen für ein Unentschieden. Da käme auch er ins Schwitzen.

Hattest Du schon Kontakt zu internationalen und nationalen Spielern und Mannschaften?

Ein paar Turniere durfte ich schon bestreiten. Süddeutsche Meisterschaft, Deutsche Meisterschaft und ein internationaler Grand Prix in Rain. Alle vor der Haustüre, was sehr angenehm war. Vor allem die Süddeutsche Meisterschaft im Schloss in Rain wird mir immer in Erinnerung bleiben. Ein sehr schönes Turnier. Die erfahrenen Spieler nahmen einen ein bisschen unter ihre Fittiche. Alexander Ruf brachte mir aus Belgien ein Spielfeld mit und aus Italien einen Torwart und Bases. Bernd Bauer gab mit Spieltipps. Alles sehr nette Leute da in Rain. Die Belgier fand ich sehr nett und die Schweizer ebenso. Aber das sind subjektive Eindrücke von mir. Als Anfänger wird man aber grundsätzlich von allen sehr fair behandelt.

Gibt es Dinge, die man sich von anderen Verbänden und Vereinen abschauen sollte, um neue Mitglieder zu finden?

Ich denke das jeder Verein und Verband Probleme damit hat neue Mitglieder zu finden. Hat ein Verein eine gute Infrastruktur mit guten Räumlichkeiten ist natürlich mehr möglich, als wenn du nur einen Tisch in einem Billiardclub stehen hast.

Engagierst Du Dich auch für Deinen Verein?

Eigentlich habe ich erwartet das mir eine Ehrennadel für meinen Einsatz verliehen wird, aber nicht eine so blöde Frage gestellt wird.

Wie siehst Du die Zukunftsperspektiven für den Subbuteo Club München 2014?

Wenn alle am Ball bleiben, du Gerd weiter soviel trainierst und Roland Popp, Massimiliano Berselli und Milan Knesevic weiter Lust haben zu spielen wird es für die anderen Klubs bald richtig hässlich.

Was wäre Dein persönlicher „Subbuteo-Wunsch“?

Daß ich meinen Torwart mal richtig halte, mein Herz und meine Hüften mir keinen Strich durch die Rechnung machen und ich nicht mehr von Frauen und Kindern beim Spiel gedemütigt werde. Daß Du Dich nur vielleicht freust mit mir nochmal ein Interview zu machen werde ich mir merken wenn ich mal Weltmeister bin.

Ich bedanke mich sehr herzlich bei Dir für dieses interessante Gespräch und freue mich vielleicht darauf, in der Zukunft ein weiteres Interview mit Dir zu machen.